Praktischer Prüfungsteil IHK Köln - ein Beispiel einer Prüfungsvorbereitung im Ausbildungsberif Kaufmann/-frau im Einzelhandel
1. So läuft die praktische Prüfung ab
Bei der IHK Köln wählen Sie zwischen einer Präsentation und der praktischen Durchführung einer Ausbildungssituation. Dafür sind jeweils zehn Minuten vorgesehen. Unmittelbar anschließend folgt das Fachgespräch; die gesamte praktische Prüfung dauert ungefähr 30 Minuten.
Der Unterschied:
Vorbereitung und Prüfungsbeginn
Die schriftliche Planung soll am Prüfungstag dreifach, geklammert und gelocht, zusammen mit dem ausgefüllten Themenmeldebogen abgegeben werden; zusätzlich sind drei Handouts vorzubereiten.
Whiteboard/Magnettafel, Pinnwand und Flipchart sind vorhanden.
2. Konkretes Beispiel: Eine Warenlieferung prüfen
Das folgende Beispiel ist ein eigener Übungsvorschlag, keine vorgeschriebene IHK-Prüfungsaufgabe.
Sie wählen die praktische Durchführung:
Den genauen Bezug zum Ausbildungsrahmenplan würden Sie vorab in Ihrem Konzept ausweisen. Die IHK Köln verlangt eine berufstypische, in sich geschlossene Ausbildungseinheit mit Orientierung an der Ausbildungsordnung.
Zeitfenster für die praktische Durchführung – zehn Minuten
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Zeitfenster |
Phase |
Was Sie konkret tun |
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Minute 0–2 |
Einstieg |
Begrüßen, Vorwissen erfragen und Lernziel nennen: „Heute prüfen Sie eine Lieferung und dokumentieren eine Abweichung.“ Den betrieblichen Nutzen erklären. |
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Minute 2–4 |
Gemeinsam erarbeiten |
Mit Fragen die Prüfschritte entwickeln: „Wie stellen Sie fest, ob das der richtige Artikel ist?“ Eine Position gemeinsam mit dem Lieferschein abgleichen. |
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Minute 4–7 |
Selbstständig bearbeiten |
Die lernende Person prüft die übrigen Positionen und dokumentiert die Mengenabweichung. Sie beobachten und helfen nur bei Bedarf. |
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Minute 7–9 |
Lernerfolg kontrollieren |
Einen zweiten kleinen Übungsfall selbstständig bearbeiten lassen. Kontrollieren, ob die Abweichung ohne Hilfe erkannt und richtig dokumentiert wird. |
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Minute 9–10 |
Abschluss |
Die lernende Person fasst die Prüfschritte zusammen. Zur Vertiefung und Übung erhält der Auszubildende 2 weitere Fälle die er im Anschluß an die Lerneiheit selbstständig bearbeitet und danach dem Ausbilder vorträgt. Sie geben konkretes Feedback und vereinbaren die nächste Anwendung im Betrieb. |
Hinweis: Beispielhafter Übungsablauf zur Warenprüfung. Während der Durchführung führen Sie einen Dialog mit der lernenden Person, nicht mit dem Prüfungsausschuss.
Das anschließende Fachgespräch
Im Fachgespräch begründen Sie die Auswahl und Gestaltung Ihrer Ausbildungssituation. Zu diesem Beispiel könnten folgende Übungsfragen passen:
Konkretes Beispiel: Präsentation einer Ausbildungssituation
Eigener Übungsvorschlag – keine vorgeschriebene IHK-Prüfungsaufgabe.
Sie wählen die Präsentation zum Thema „Eine Warenlieferung prüfen“. Anders als bei der praktischen Durchführung unterweisen Sie keine auszubildende Person vor Ort. Sie erläutern dem Prüfungsausschuss, wie Sie den Lernprozess gestalten würden: Ausgangslage, Lernziel, Methode, Ablauf, Lernerfolgskontrolle und Transfer.
Bei einer Beamerpräsentation müssen Sie Laptop, Beamer und Kabel selbst mitbringen.
Dafür stehen höchstens drei Minuten Rüstzeit zur Verfügung; eine technische Ersatzlösung sollte vorbereitet sein (z.B. ausgedrucktes Handout der Präsentation oder Flip-Charts)
Wichtig: Die zehn Minuten beziehen sich auf Ihren Vortrag vor dem Ausschuss. Die von Ihnen vorgestellte betriebliche Ausbildungseinheit hat eine eigene, am Lernbedarf orientierte Zeitplanung.
Beispielhafter Ablauf Ihrer zehnminütigen Präsentation
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Zeitfenster |
Inhalt und mögliche Formulierung |
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Minute 0–1: Einstieg |
Ausbildungssituation und Nutzen vorstellen: „Ich zeige Ihnen, wie eine auszubildende Person lernt, eine Warenlieferung zu prüfen und Abweichungen festzuhalten. So vermeiden wir, dass fehlerhafte Lieferungen unbemerkt übernommen werden.“ |
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Minute 1–3: Ausgangslage und Lernziel |
Ausbildungsstand, Vorwissen und Lernbedarf erläutern. Das Feinlernziel nennen und erklären, woran die selbstständige, richtige Bearbeitung erkennbar ist. Den Bezug zum Ausbildungsrahmenplan und zum betrieblichen Ausbildungsablauf darstellen. |
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Minute 3–5: Methode und Medien |
Die Methodenwahl begründen: „Ich nutze Fragen, um vorhandenes Wissen aufzugreifen. Der anschließende Übungsauftrag ermöglicht eigenes Handeln.“ Einen fiktiven Lieferschein und die Prüfliste zeigen. Eine Alternative nennen: Bei fehlendem Vorwissen würde ich die Prüfschritte zunächst stärker anleiten. |
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Minute 5–8: Geplanter Lernprozess |
Das Handeln der lernenden Person und Ihre Unterstützung schildern: Vorwissen aktivieren, Prüfschritte gemeinsam erarbeiten, weitere Positionen selbstständig prüfen und Abweichungen dokumentieren. Beispielsfrage: „Wie stellen Sie fest, ob Artikel und Menge mit dem Lieferschein übereinstimmen?“ Bei Schwierigkeiten geben Sie zunächst einen Denkanstoß, nicht sofort die Lösung. |
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Minute 8–9: Lernerfolg und Transfer |
Eine neue Übungslieferung als Kontrolle vorstellen. Kriterien: Artikel und Mengen richtig abgeglichen, Abweichung erkannt, Notiz verständlich und Bearbeitung ohne Hilfe. Als Transfer folgt im Betrieb eine echte kleine Lieferung unter Ihrer Begleitung. |
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Minute 9–10: Abschluss |
Den Kompetenzzuwachs zusammenfassen: „Die Person kann eine einfache Lieferung systematisch prüfen und Abweichungen dokumentieren. Bei noch bestehenden Schwierigkeiten plane ich gezielte weitere Übungen.“ Anschließend zum Fachgespräch überleiten. |
Mögliche Übungsfragen im anschließenden Fachgespräch
Vorbereitungstipp: Proben Sie den Vortrag mit Stoppuhr. Zeigen Sie nicht nur Fachwissen zur Warenprüfung, sondern vor allem Ihre pädagogischen Entscheidungen. Für Köln planen Sie zehn Minuten Präsentationszeit ein; prüfen Sie vor dem Termin die Vorgaben Ihrer Einladung. Bei Beamer-Nutzung halten Sie eine technische Ersatzlösung bereit.